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Neues Arbeitsprogramm der Regierung Kern: Mehr als zwei Drittel aus „Plan A“

31. Januar 2017

Neues Arbeitsprogramm der Regierung Kern: Mehr als zwei Drittel aus „Plan A“

Die Bundesregierung hat sich nach intensiven Verhandlungen auf die Arbeitsschwerpunkte der kommenden 18 Monate verständigt und damit das Regierungsprogramm von 2013 ergänzt. Die Gremien von SPÖ und ÖVP haben dem Programm bereits heute Vormittag zugestimmt, der Ministerrat hat das Papier ebenfalls beschlossen.
„Es handelt sich um ein Bündel an Maßnahmen, die Österreich voranbringen“, betont SPÖ-Vorsitzender, Bundeskanzler Christian Kern. „Besonders wichtig ist aber auch, dass dieses gemeinsame Arbeitsprogramm der Bundesregierung ganz konkrete Zeitpläne enthält, wann die Maßnahmen umzusetzen sind.“ Außerdem ist bei allen Maßnahmen die Finanzierung geklärt. Die Schwerpunktsetzungen entsprechen den größten Herausforderungen: die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, für Jobwachstum zu sorgen, soziale Gerechtigkeit herzustellen, die Sicherheit auszubauen und das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. „Es geht darum, Österreich zukunftsfähig zu machen„, sagte Bundeskanzler Kern bei der Präsentation des Programms.

Zwei Drittel des neuen Arbeitsprogramms entspringen „Plan A“
Das Programm trägt eine klare sozialdemokratische Handschrift, etwa in den Bereichen Arbeit, Bildung und Soziales. Viele Ideen Christian Kerns aus dem „Plan A für Österreich“ haben Eingang ins neue Arbeitsprogramm gefunden, z.B. die Unterstützung älterer Langzeitarbeitsloser, das zweite verpflichtende Gratiskindergartenjahr, Gratis-Tablets für SchülerInnen, mehr Unterstützung für Klein- und Mittelunternehmen, der Ausbau des sozialen Wohnbaus oder die Aufwertung der Lehre und das Integrationsjahr. Insgesamt rund zwei Drittel des neuen Arbeitsprogramms der Regierung Kern sind auch schon im „Plan A“ enthalten.

Die wichtigsten Schwerpunkte im Überblick
•    Mindestlohn von mind. 1.500 Euro: Bundesregierung arbeitet gemeinsam mit den Sozialpartnern an der Umsetzung eines Stufenplans für einen flächendeckenden Mindestlohn bis Ende Juni 2017. Gibt es bis dahin keine gemeinsame Lösung, wird die Bundesregierung einen eigenen Vorschlag beschließen. Dasselbe gilt für die Arbeitszeitflexibilisierung.
•    Ein Jobpaket, das 70.000 neue Jobs bis Ende 2018 bringt
•    Beschäftigungsbonus – die Lohnnebenkosten werden ab 1. Juli 2017 für jeden zusätzlich geschaffenen Arbeitsplatz um 50 Prozent gesenkt.
•    Beschäftigungsgarantie für Langzeitarbeitslose über 50: Jobs für 20.000 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre – Halbierung der Arbeitslosenzahlen in diesem Sektor.
•    Unterstützung von Kleinen und Mittleren Betrieben durch einen Ausbau der Entgeltfortzahlung
•    Temporärer und sektoraler Schutz des Arbeitsmarktes
•    Breitbandausbau wird verdoppelt – ultraschnelles Internet für alle Schulen und KMU bis 2020; Österreich wird 5G-Vorreiter
•    Schulen werden digitalisiert – Gratis-Tablets und Laptops ab 2018; digitale Grundbildung ab der Volksschule
•    Zweites verpflichtendes Gratiskindergartenjahr ab 1. Jänner 2018
•    Forschungs- und Investitionsprämie wird erhöht
•    Frauenquote in Aufsichtsräten großer Unternehmen (börsennotierte Unternehmen und Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern) nach deutschem Vorbild ab 2018
•    Lehre wird attraktiver: Kostenübernahme für Vorbereitung der Lehrabschlussprüfung, Ausbau Auslandspraktika
•    Integrationspaket, mit dem das Integrationsjahr für AsylwerberInnen mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit und Asylberechtigte umgesetzt wird: Deutschkurse, Unterstützung bei der Anerkennung von Qualifikationen, Wertekurse, Einstieg in Arbeitsmarkt uvm.
•    Förderung von Start-ups: 1 Mrd. Euro soll von Banken, Versicherungen usw. für die Finanzierung in Start-ups und Wachstumsunternehmen mobilisiert werden
•    Entbürokratisierung: Überarbeitung bestehender Regelungen; klarere Verantwortungsstrukturen zwischen den Gebietskörperschaften
•    Vermeidung von Gewinnverschiebungen – effizientere Besteuerung von ausländischen Konzernen, die in Österreich tätig sind
•    Ausbau sozialer Wohnbau: Mobilisierung privaten Kapitals für Investitionen in gemeinnützigen Wohnbau
•    Kalte Progression wird abgeschafft: Die ersten beiden Progressionsstufen werden automatisch angepasst (betrifft rund 80 Prozent des Volumens) – das entlastet 4,5 Millionen SteuerzahlerInnen um 1 Mrd. Euro. Über 20 Prozent der Entlastungsmaßnahmen entscheidet die Politik auf Basis eines Progressionsberichts.
•    Abbau langer Wartezeiten auf Computertomographie– und Magnetresonanz-Untersuchungen
•    Erhöhung der Zahl der Therapieeinrichtungen für psychische Gesundheit österreichweit um ein Viertel
•    Sicherheit: Schutz von Ordnungskräften wird erhöht

Das Arbeitsprogramm steht hier zum Download zur Verfügung.

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