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SPÖ Linz-Land lud zu Vortragsabend und Diskussion zum Thema Rechtsextremismus

Am Montag, 18. März war es still im Saal des Gasthauses Stockinger in Ansfelden als die beiden Vortragenden über die Verbindungen mancher freiheitlicher Politiker mit der rechtsextremen Szene berichteten. Dr. Robert Eiter – Sprecher des Oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus –  berichtete über die Neonazi-Szene in Oberösterreich und die nicht wenigen Aktivitäten, die sich vor unserer Haustüre abspielen. Über 70 rechtsextreme, rassistische und neonazistische Umtriebe umfasst das 14-seitige Dossier des oö. Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Schändung von Gedenkstätten, Morddrohungen, Waffenhandel, Störung von Gedenkveranstaltungen, Burschenschafterveranstaltungen mit rechtsextremen deutschen Publizisten, Konzerte rechtsextremer Bands, ja sogar Mord sind nur einige der rechtsextremen Aktivitäten der letzten Jahre in Oberösterreich. "Leider sind die rechtsextremen Umtriebe in Oberösterreich, die während der letzten Wochen öffentlich geworden sind, nur die Spitze des Eisbergs", stellt Netzwerk-Sprecher Robert Eiter fest. "

Ein Buch über die Verbindungen der Freiheitlichen zu neonazistischen Kreisen.

Gespannt waren die rund 60 BesucherInnen auf die Ausführungen des Publizisten Hans-Henning Scharsach, der im Herbst 2012 sein Buch „Strache – Im braunen Sumpf“ präsentierte. „Unter Jörg Haider war sie noch die Buberlpartie. Jetzt ist sie die Burschenpartie. Anders formuliert: Haider umgab sich noch mit telegenen, aber weitgehend unideologischen jungen Bewunderern. Als Heinz-Christian Strache im Jahr 2005 die FPÖ übernahm, ersetzte er die Buberlpartie durch "stramme Hardcore-Ideologen aus jenem korporierten Milieu, das sich von den Traditionen des Nationalsozialismus bis heute nicht gelöst hat", sagt Scharsach.

Der Autor von "Haiders Kampf" und "Haiders Clan", hat zwei Jahre lang recherchiert, um mit akribischer Genauigkeit – belegt durch mehr als 1100 Fußnoten und juristisch überprüft – die personellen und institutionellen Querverbindungen der Strache-FPÖ zu neonazistischen Kreisen aufzuzeigen. Es gehe ihm darum, die "Verschmelzung zweier Milieus" innerhalb der Freiheitlichen deutlich zu machen: Einerseits die hochoffiziellen Repräsentanten im Hohen Haus, andererseits "die finstersten Keller einer Unterwelt hasserfüllter rassistischer Hetzer", heißt es im Vorwort zu seinem Buch. Seine These von der Verschmelzung der Milieus sieht er darin bestätigt, dass etwa bei Schulungen der rechtsextremen "Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik" (AFP) auch EU-Abgeordneter Andreas Mölzer oder der steirische FPÖ-Chef Gerhard Kurzmann, der 2010 wegen eines Anti-Minarett-"Spiels" für Aufregung gesorgt hatte, referieren. Scharsach erhebt den Anspruch der Aufklärung: Viele der FPÖ-Wähler ließen sich von Strache blenden, ohne zu wissen, wofür er und die FPÖ wirklich stehen. Und er versteht sein Werk als Hilfsmittel für all jene, die etwas "gegen die menschenverachtende Politik der FPÖ tun wollen". Fazit: "Strache kommt aus dem Neonazi-Milieu und hat nichts dagegen getan, dass die Partei in diesem Milieu geblieben ist", sagte Scharsach.

Buchtipp
Hans-Henning Scharsach: Strache – Im braunen Sumpf
Verlag Kremayr & Scheriau, Wien 2012, 336 Seiten, 24 Euro

Der Bezirksvorsitzende der SPÖ Linz-Land, Hermann Krist – er moderierte die Veranstaltung – ist überzeugt, dass die Information über die vielen Umtriebe aber auch das Wissen über die vielen Verbindungen der FPÖ zur rechten Szene ein wichtiger Grundstein ist, um sich eine Meinung zu bilden. Aus diesem Grund haben wir diese Veranstaltung organisiert. „Es ist unglaublich, auf welche grausliche und menschenverachtende Art diese rechtsextremen Organisationen agieren“, zeigt sich Krist entsetzt und hofft auf die Zivilcourage der Bevölkerung, die Augen nicht zu verschließen.

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